Marktkommunikation

Marktrollenabhängige Geschäftsprozesse für die hochautomatisierte, prozessidentische Abwicklung des Datenaustauschs zwischen den Marktpartnern (Lieferantenwechselprozesse (GPKE, GeLi Gas), Wechselprozesse im Messwesen (WiM), Marktprozesse für Einspeisestellen, Bilanzierungsinformationen, Allokationen etc.).

Das SAP IS-U Template der aov im 2-Mandantenmodell integriert die vollständige Abwicklung der marktrollenabhängigen Geschäftsprozesse zur Verbrauchsabrechnung eines Energieversorgungsunternehmens. Neben den Lieferantenwechselprozessen und der Übermittlung von Zählerständen nach GPKE und GeLi-Gas werden auch die Wechselprozesse im Messwesen, Marktprozesse für Einspeisestellen, Bilanzierungsinformationen und Allokationen/Nominierung abgedeckt.

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Elke Bevers
Bereichsleiterin
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Versorgungsbeginn / Versorgungsende

Die Abwicklung der Prozesse ist vollständig gemäß GPKE und GELI implementiert. Ein- und Auszüge werden im Vertriebsmandanten angelegt und automatisch in den Netzmandanten übertragen. Die Abwicklung im Netzmandanten erfolgt vollautomatisiert durch Stammdatenvorlagen.

Lieferantenwechsel

Die Lieferantenwechselprozesse werden Workflow gesteuert abgewickelt, wodurch eine fast vollständige Automatisierung erreicht ist. Zu den üblichen Prozessen „Lieferbeginn“ und „Lieferende“, sind alle vorgeschriebenen Prozesse, wie z. B. „Versorgungslücke“ und „Auflösung einer zukünftigen Zuordnung“ vollständig implementiert.

Stammdatenänderungen

Der Versand von Stammdatenänderungen erfolgt automatisch. In der Eingangsverarbeitung können alle Arten von Stammdatenänderungen angenommen werden. Eingehende Stammdatenänderungen werden unmittelbar nach Verarbeitung automatisch beantwortet. 

Geschäftsdaten (Orders)

Der Versand von Orders, die Eingangsverarbeitung incl. Monitoring und die Beantwortung sind implementiert

Common Layer

Die SAP hatte die technische Basis ihrer Marktkommunikations-Add-Ons (IDEX) ab dem 01.10.2012 grundlegend geändert. Alle SAP IDEX Auslieferungen setzten ab diesem Zeitpunkt die neue Architekturbasis namens „Common Layer“ voraus.

Ziel der Einführung des Common Layer war es, vorgenommene Eigenentwicklungen zu reduzieren und auf den SAP-Standard zurückzuführen, um somit den maximalen Mehrwert aus der verfügbaren Lösung zu generieren und sich technologisch zukunftssicher aufzustellen. Die Umstellung auf Common Layer erfolgt im Rahmen einer aov-Roadmap, d.h. einer stufenweisen Umstellung, die im Detail mit den aov-Kunden abgestimmt waren.

Elektronischer Datenaustausch

Auf Basis von B2B by Practice stellt aov eine leistungsfähige ASP-Lösung zur Verfügung, welche als zentrale Datendrehscheibe im Rahmen der elektronischen Markkommunikation fungiert. Mit dieser Lösung kann der gesamte anfallende Datenverkehr im Rahmen der Marktkommunikation komfortabel überwacht werden.

Die Lösung empfiehlt sich insbesondere im Zusammenhang mit den IDEX-Lösungen der SAP – kann aber auch im Zusammenspiel mit anderen ERP-Lösungen eingesetzt werden.

Im Einzelnen hat die Lösung der AOV den folgenden Funktionsumfang:

Verarbeitung eingehender Nachrichten

  • Annahme eingehender E-Mails, welche kundenseitig an ein spezielles Postfach weitergeleitet werden (andere Kommunikationswege auf Anfrage)
  • Ermittlung des Zielsystems anhand von Kriterien wie BDEW-Nummer, Datenformat und Anwendungsreferenz
  • Konvertierung eingehender EDIFACT-Nachrichten nach in das iDOC-Format
  • Erzeugung und Versand von CONTRL-Nachrichten für eingehende Nachrichten
  • Schemavalidierung eingehender EDIFACT-Daten
  • Abweisung nicht valider Daten mittels APERAK; Weiterleitung von APERAKS mit Verarbeitungsfehlern an das SAP-System
  • Korrelation versandter CONTRL und APERAK-Nachrichten zur ursprünglichen Nachricht
  • Überwachung überfälliger CONTRL-Nachrichten
  • Synchronisation des aktuellen Verarbeitungsstatus des iDOCs an die mit der Nachricht, d.h. der aktuelle Status der iDOC-Verarbeitung ist auch in der B2B sichtbar

Verarbeitung eingehender Nachrichten (Aussteuerung)

  • Abweisung alter Datenformate (sofern gewünscht) mittels negativen CONTRL
  • Prüfung der Eingangsdaten und Abweisung nicht valider Eingangsdaten mittels APERAK
  • Aussteuerung nicht zuzuordnender / nicht im Zielsystem gewünschter Nachrichten an ein Clearingpostfach
  • Aussteuerung von E-Mails ohne EDIFACT-Nachricht an ein kundenspezifisches Postfach
  • Meldung technischer Probleme an den technischen Support der AOV

Nachrichtenversand

  • Annahme von IDOCs
  • Konvertierung der IDOC-Nachrichten nach EDIFACT mittels eines leistungsfähigen Umsetzers
  • Meldung von Konvertierungsproblemen an den technischen Support der AOV
  • Versand der Nachrichten per smtp (andere Versandwege auf Anfrage)
  • Korrelation der eingehenden CONTRL-Nachricht zu der versandten Nachricht
  • Korrelation der eingehenden APERAK-Nachrichten zu der versandten Nachricht
  • Beantwortung eingehender APERAK-Nachrichten mit CONTRL
  • Generierung von Umsatzsteuernachweisen im PDF-Format für ausgehende INVOIC-Nachrichten
  • Synchronisation des aktuellen Verarbeitungsstatus mit dem iDOC, d.h. der Versand- und Bestätigungsstatus von B2B ist auch am iDOC im SAP sichtbar

Monitoring

  • Bereitstellung eines Web-basierten Zugriffs auf die Monitoring-Oberfläche der B2B
  • Steuerung der Zugriffsmöglichkeiten der Benutzer anhand der BDEW-Nummer
  • Umfangreiche Suchmöglichkeiten nach Nachrichten und korrelierten Nachrichten
  • Volltextsuche nach Nachrichten
  • Hinterlegung von Informationen zu den Nachrichten
  • Manueller Versand von EDIFACT-Nachrichten mit identischem Handling wie bei automatisch erzeugten Nachrichten
  • Manueller Empfang von EDIFACT-Nachrichten mit identischem Handling wie bei automatisch empfangenen Nachrichten
  • Umfangreiche Protokollierung des gesamten Datenverkehrs
  • Validierung von Nachrichten und Erzeugung von Prüfreports
  • Visualisierung und ggf. Überarbeitung von Nachrichten mit Hilfe eines leistungsfähigen Editors

Betrieb der Lösung

  • Vollständiger Betrieb der B2B-Plattform, bestehend aus einem Test- und einem Produktivsystem
  • Durchgehende Mandantentrennung
  • Bereitstellung des Mapping-Contents zwischen SAP-IDOC und EDIFACT
  • Klärung von technischen Problemen

Optionen

  • Erweitertes Monitoring unter Einsatz des Cross-Component-Monitors
  • Abwicklung der WiM-Prozesse mit Integration in ein SAP-System

Mit der Nutzung von B2B by Practice als Cloud-Lösung steht den aov-Kunden eine Lösung zur Verfügung, welche die Einhaltung der aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Bundesnetzagentur an den EDIFACT-Datenaustausch ermöglicht.

Intelligente Messsysteme (Smart Meter)

Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) und dem damit verknüpften Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) am 02.09.2016 werden die bisherigen Energiemarktstrukturen und –prozesse tiefgreifenden Änderungen unterzogen.

Erstmalig werden die Rollen Verteilnetzbetreiber und grundzuständiger Messstellenbetreiber (gMSB) für die modernen Messeinrichtungen (mME) und intelligenten Messsysteme (iMSys) voneinander getrennt. Die Abbildung eines informatorischen Unbundling ist derzeit nicht vorgeschrieben. Das MsbG verpflichtet den grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) zum Rollout intelligenter Messsysteme (iMsys) und moderner Messeinrichtungen (mMe) zu einem durch die Preisobergrenze vorgegebenen Preis.

Mit intelligenten Messsystemen soll die sichere und standardisierte Kommunikation in den Energienetzen der Zukunft ermöglicht werden. Ein intelligentes Messsystem besteht aus einem digitalen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit, dem sogenannten Smart Meter Gateway (SMG). Das Smart Meter Gateway, versehen mit einem Siegel des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), ermöglicht eine datenschutz- und datensicherheitskonforme Einbindung von Zählern in das intelligente Stromnetz.

Während eine Abbildung der modernen Messeinrichtungen im SAP IS-U des Netzmandanten möglich ist, stellen die intelligenten Messsysteme den grundzuständigen Messstellenbetreiber in Bezug auf die technische Geräteabbildung und die damit verbundenen prozessualen Abbildungsanforderungen vor neue Herausforderungen.

Mit der aov-Lösung aSmart stellen Sie sich erfolgreich der Abbildung dieser gesetzlichen Herausforderung. Es handelt sich hierbei um eine vollumfängliche, integrierte Lösung mit technischen Komponenten, Prozessen, Datenhaltung und Backendintegration in das SAP IS-U, welche passgenau auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Die Lösung ist das Ergebnis einer in Kooperation von Stadtwerken für Stadtwerke konzipierten Paketes, welches neben der Abbildung der gesetzlichen Anforderungen, die prozessuale Prozessunterstützung des Endanwenders im Fokus hat.

Betrachtet man die im Interimsmodell weiter bestehende kettenförmige Marktkommunikation, so besteht die Herausforderung darin, sowohl die Kommunikationsketten zwischen den Marktteilnehmern unterbrechungsfrei abzubilden als auch darin, diese unabhängig vom Gerätetyp und den beteiligten IT-Systemen sicher zu stellen. In den aktuellen Diskussionen wird diese Herausforderung häufig nicht berücksichtigt. Aufgrund der Komplexität des Themas liegt der Fokus der Diskussionen oft darauf, die Prozesse rund um das Thema „intelligente Messsysteme“ abzubilden. Das Zusammenspiel mit den bereits am Markt etablierten WiM-Prozessen und den bereits implementierten Lösungen bleibt häufig außen vor. Bei der aov-Lösung a Smart wurde im Hinblick auf einen ganzheitlichen Prozessansatz konzipiert und hat sowohl alle Gerätetypen als auch die Kommunikation mit dem eigenen grundzuständigen aber auch mit fremden Messstellenbetreibern im Fokus.

Wechselprozesse im Messwesen (WiM)

Abwicklung der Wechselprozesse im Messwesen (WiM) über einen Web-basiertes Frontend auf Basis der B2B by Practice (Next Level Integration). Hohe Automatisierung durch direkte Kommunikation mit dem SAP IS-U für die Stammdatenhaltung. Systemlösung für den verpflichteten Messstellenbetreiber (Default MSB) und Messdienstleister (Default MDL).

Seit dem 01.10.2011 sind die Energieversorgungsunternehmen nach Beschlüssen der BK 6 (Strom) und BK 7 (Gas) verpflichtet, die Geschäftsprozesse zu den Wechselprozessen im Messwesen (WiM) elektronisch abzuwickeln. In enger Zusammenarbeit mit der Next Level Integration GmbH (NLI) bietet aov eine innovative, kostenoptimierte Lösung zur Abbildung der Prozesse. Das Produkt ist eine skalierbare Lösung, die den Endanwender dabei unterstützt, die Geschäftsprozesse marktkonform abzuwickeln.

Die Lösung basiert auf dem Zusammenspiel zwischen der B2B by Practice Plattform (B2B) und dem SAP IS-U Systems (IS-U) und zielt auf den verpflichteten Messstellenbetreiber (MSB)/ Messdienstleister (MDL) ab, der im eigenen Versorgungsgebiet als MSB/MDL auftritt. Das Design der Oberflächen ist intuitiv und erfordert keine tieferen Kenntnisse der damit verbundenen Marktkommunikation (z.B. EDIFACT) oder des Gesamtprozessablaufes.

Die B2B by Practice wird um das WiM-AddOn erweitert und beinhaltet eine Prozessengine und ein erweitertes Backend zur Vorhaltung der prozessrelevanten Daten. Das AddOn übernimmt die vollständige Abbildung der Prozesse inklusive der Übertragung der EDI Daten, des fachlichen Monitorings und der Überwachung aller Fristen. Der Großteil der Prozesssteuerung findet im neuen Frontend der B2B statt. Basierend auf den eingehenden Marktnachrichten wird die Prozessengine automatisch gestartet und führt den Benutzer durch den jeweiligen Geschäftsprozess. Die für die Bearbeitung notwendigen Daten werden weitestgehend Automatisiert aus dem SAP IS-U System geladen. Werden Informationen benötigt, die nicht im SAP IS-U hinterlegt sind, hat der Sachbearbeiter die Möglichkeit diese manuell einzutragen.

Da nahezu alle für die Marktkommunikation relevanten Daten aus dem SAP IS-U kommen, wird das SAP IS-U um ein von aov entwickeltes Paket von Funktionen erweitert. Kern dieses Pakets sind die für die Kommunikation mit der B2B verantwortlichen Funktionsbausteine. Diese Funktionsbausteine werden direkt von der B2B-Prozessengine aufgerufen und ermitteln prozessrelevante Daten oder legen Ergebnisse der Geschäftsprozesse, wie z.B. die Versorgungssituation am Zählpunkt, im IS-U ab.

Des Weiteren beinhaltet das Paket Stammdatenerweiterungen, wie zum Beispiel die Darstellung der Versorgungssituation am Zählpunkt im SAP IS-U, da diese neben der Relevanz für die Abrechnung auch für die Marktkommunikation nach GPKE/GeLi Gas notwendig sind.

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